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PCOS und Herzgesundheit: Was eine neue Studie über dein Risiko sagt

Von Theresa Huber, Gründerin von Cosima · Mai 2026

Cosima ist ein digitaler Begleiter, kein Medizinprodukt. Die Inhalte auf dieser Website dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Eine PCOS-Diagnose kann nur von einer Ärztin oder einem Arzt gestellt werden. Wenn du Symptome bei dir erkennst, wende dich an deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen.

Hinweis: Seit Mai 2026 wird PCOS offiziell als PMOS (Polyendokrines Metabolisches Ovarial Syndrom) bezeichnet. Wir verwenden in diesem Beitrag weiterhin den Begriff PCOS und gehen fließend zu PMOS über.

PCOS betrifft weit mehr als nur den Zyklus. Eine neue Großstudie, die beim Europäischen Kongress für Endokrinologie in Prag vorgestellt wurde, liefert jetzt konkrete Zahlen zu einem Risiko, das bisher kaum besprochen wird: Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was die Studie gemessen hat

Forscherin Prof. Dorte Glintborg von der Universität Süddänemark hat gemeinsam mit Kolleginnen aus Finnland und Schweden 127.517 Frauen mit PCOS über durchschnittlich zehn Jahre begleitet und mit 587.810 Frauen ohne PCOS verglichen (Glintborg et al., 2026, European Journal of Endocrinology).

Es handelt sich um eine der bisher größten Studien zu diesem Thema.

Das Ergebnis: Frauen mit PCOS hatten im Vergleich ein um 32 Prozent höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. In den einzelnen Ländern lagen die Werte zwischen 30 und 52 Prozent.

Der entscheidende Befund: Normalgewicht schützt nicht vollständig

Was diese Studie von früheren unterscheidet, ist der Fokus auf eine Gruppe, die bisher kaum untersucht wurde: Frauen mit PCOS und normalem Körpergewicht.

Die Daten zeigen: Normalgewichtige Frauen mit PCOS ohne Typ-2-Diabetes hatten ein rund 40 Prozent höheres relatives Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als vergleichbare Frauen ohne PCOS.

Das bedeutet nicht, dass die meisten Frauen mit PCOS Herzprobleme entwickeln. Es bedeutet aber, dass ihr statistisches Risiko im Vergleich erhöht ist.

Die Daten sprechen dafür, dass PCOS selbst unabhängig zum Risiko beiträgt.

Prof. Glintborg formuliert es so: Forscher diskutieren, dass Hyperandrogenismus, also erhöhte Androgenspiegel wie Testosteron, eine Rolle spielen könnte.

Warum Hormone möglicherweise auch die Gefäße betreffen

Ein Mechanismus, der diskutiert wird: Frauen mit PCOS haben häufig auch bei Normalgewicht einen erhöhten Blutdruck.

Ein möglicher Mechanismus sind hormonelle Veränderungen, darunter erhöhte Androgenspiegel. Diese könnten dazu beitragen, dass Blutgefäße weniger elastisch werden und das Herz-Kreislauf-System langfristig stärker belastet wird. Die genaue biologische Ursache ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Das ist keine Panikmeldung. Es ist eine wichtige Einordnung: PCOS ist eine systemische Erkrankung, keine reine Zyklusstörung. Der Körper ist als Ganzes betroffen. Mehr dazu, wie unterschiedlich sich PCOS zeigen kann, liest du in unserem Artikel zu den vier PCOS-Phänotypen.

Was das für dich bedeutet

Wenn du PCOS hast, heißt das nicht, dass du zwangsläufig eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelst. Es bedeutet aber, dass regelmäßige Kontrollen sinnvoll sein können, unabhängig vom Gewicht.

Was du konkret ansprechen kannst: Beim nächsten Arzttermin kann es sinnvoll sein, Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker abklären zu lassen. Nicht weil etwas falsch sein muss, sondern weil du dann weißt, wo du stehst.

Die Forscherin selbst sagt: „Wir hoffen, jeder Frau langfristig ein präziseres Bild ihres Risikos geben zu können, mit einem Plan, der über die nächste Kinderwunschbehandlung hinausgeht."

Das ist genau die Richtung, in die sich PCOS-Versorgung entwickeln muss.

Bald ein Arzttermin?

Wenn du weißt, was du fragen und erreichen willst, kannst du den Termin besser für dich nutzen. Unser kostenloser Vorbereitungsbogen hilft dir, strukturiert ins Gespräch zu gehen.

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